Ursachen
Magengeschwür: Ursachen
Ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) ist eine Schädigung der Magenschleimhaut. Verantwortlich ist ein Ungleichgewicht von Magensäure zu alkalischem Schleim. Magengeschwüre treten am häufigsten bei Menschen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren auf. Die meisten Betroffenen leiden unter wiederkehrenden (rezidivierenden) Geschwüren, auch Ulkuskrankheit genannt. Neben Magengeschwüren sind Geschwüre des Zwölffingerdarms (Ulcus duodeni) häufig.
Es gibt verschiedene Ursachen und Risikofaktoren für Magengeschwüre, zum Beispiel:
- Helicobacter-pylori-Infektion mit wiederholten Magenschleimhaut-Entzündungen
- Genetische Faktoren (z.B. haben Menschen mit der Blutgruppe 0 ein erhöhtes Ulkus-Risiko)
- NSAR-Schmerzmittel (z.B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol)
- Stress („Stressulkus“)
Autor: Julia Alkan Demirel, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Symptome
Magengeschwür: Symptome
Die Beschwerden bei einem Magengeschwür können sehr unterschiedlich sein. Häufig verursacht das Geschwür brennende Schmerzen im Oberbauch und ein Druckgefühl. Weitere typische Symptome sind Appetitlosigkeit, Übelkeit und möglicherweise Erbrechen. Blutungen im Magen können sich sowohl in Bluterbrechen (Hämatemesis), als auch in einer Schwarzfärbung des Stuhls (Teerstuhl, Meläna) äußern.
Wenn Betroffene regelmäßig NSAR-Schmerzmittel (eine der Ursachen von Magengeschwüren) einnehmen, verläuft die Erkrankung oft beschwerdefrei, was das Risiko von Komplikationen (z.B. Blutungen) erhöht.
Autor: Julia Alkan Demirel, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Diagnose
Magengeschwür: Diagnose
Der Arzt wird sich zunächst ausführlich nach den Beschwerden, die an ein Magengeschwür denken lassen, erkundigen sowie nach der Lebensweise (Ernährung, Alkohol und Nikotin, Stress etc.) und möglichen Vorerkrankungen (z.B. Magenschleimhaut-Entzündungen). Anschließend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung mit Abtasten und Abhören des Bauchs.
Neben Blut-Untersuchungen und einer Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) kann letztlich nur eine Magenspiegelung (Gastroskopie) Aufschluss über ein vorliegendes Magengeschwür geben. Während der Gastroskopie werden Gewebeproben entnommen (Biopsie) und im Labor untersucht.
Autor: Julia Alkan Demirel, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Behandlung
Magengeschwür: Behandlung
Zunächst sollte die Ursache des Magengeschwürs geklärt werden. Änderungen in der Lebensweise (z.B. Ernährungsumstellung, Stressabbau etc.) sind der erste Schritt. Liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori als Ursache des Geschwürs vor, erfolgt eine sogenannte Eradikationstherapie mit verschiedenen Medikamenten (v.a. Antibiotika), um das Bakterium abzutöten.
Um die Magensäure zu hemmen und so einer weiteren Schädigung des Magengeschwürs vorzubeugen, werden so genannte Säureblocker verabreicht. Protonenpumpen-Hemmer (z.B. Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol) gelten als besonders wirksam. Die verminderte Magensäure-Produktion bewirkt eine Schmerzlinderung und die Magenschleimhaut kann sich regenerieren.
Heilt ein Magengeschwür trotz Medikamententherapie nicht ab oder kommt es zu Komplikationen, ist eine Operation sinnvoll oder sogar notwendig. Eine Operation ist auch dann sinnvoll, wenn Magenkrebs (Magenkarzinom) vermutet wird. Je nach Befund kommen grundsätzlich zwei Verfahren in Betracht: eine Teilentfernung des Magens (2/3-Resektion) oder die Durchtrennung eines Nerven, der die Magensäure-Produktion fördert (Nervus Vagus). Im Rahmen einer Magenspiegelung kann die Blutung eines Geschwürs gestillt werden. Wenn sich massive Blutungen nicht endoskopisch stillen lassen, ist auch hier eine offene Operation notwendig.
Autor: Julia Alkan Demirel, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Prognose
Magengeschwür: Prognose
Je früher und effektiver das Magengeschwür behandelt wird, umso besser ist die Prognose. Mögliche, gefürchtete und zum Teil lebensbedrohliche Komplikationen eines Magengeschwürs sind:
- Blutungen
- Magendurchbruch (Perforation)
- Penetration in Nachbarorgane (z.B. Bauchspeicheldrüse)
- Narbenbildung mit Magenverschluss (Magenausgangsstenose)
- Bösartige Entartung (Magenkrebs)
Autor: Julia Alkan Demirel, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Vorbeugung
Magengeschwür: Vorbeugung
Um einem Magengeschwür vorzubeugen, empfiehlt es sich grundsätzlich, alle magenreizenden Speisen und Substanzen (z.B. NSAR-Schmerzmittel) zu meiden. Da beispielsweise das Rauchen die Magenschleimhaut angreift, sollte darauf verzichtet werden. Stress ist ebenfalls ein Faktor, der die Entstehung eines Magengeschwürs begünstigt.
Weitere Informationen
Autor: Julia Alkan Demirel, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Quellen: Braun: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban und Fischer Bei Elsevier, München 2006
Deutsches Krebsforschungszentrum: Magenkrebs (Stand: 03/2008)
Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2007
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2004
