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Ursachen

Stress: Ursachen

Das Wort „Stress“ kommt von dem lateinischen Verb „stringere“, was zusammendrücken oder zusammenziehen heißt. Seine Bedeutung hat der Begriff allerdings durch die englische Sprache bekommen. Dabei ging es ursprünglich um das testen von Metallen und Glas auf ihre Belastbarkeit. 1936 übertrug der Biochemiker Hans Selye den Begriff dann auch auf die Psychologie und Medizin. Er stellte fest, dass der Organismus bei starken Umweltbelastungen wie Hitze oder Kälte eine Alarmreaktion zeigt. Stress ist also die Aktivierungsreaktion des Körpers auf bestimmte Anforderungen beziehungsweise Einflüsse – diese werden Stressoren genannt. Man unterscheidet sie in:

 

  • Physische Stressoren: Lärm, Temperaturschwankungen, Hunger oder Verletzungen.
  • Psychische Stressoren: Versagensängste, Überforderung oder Zeitmangel.
  • Soziale Stressoren: Konflikte, Isolation, Mobbing oder der Verlust vertrauter Menschen.

 

Der Stress-Zustand ist subjektiv und hängt von der jeweiligen Situation ab. Was für einen Menschen Stress bedeutet, ist für einen anderen möglicherweise völlig normal. Das Gefühl ist also abhängig von den individuellen Erfahrungen, Einstellungen und der derzeitigen Verfassung des Einzelnen.

Stressreaktion

Die Stressreaktion läuft physiologisch in drei Phasen ab:

 

1. Phase – Alarmierung: Hier werden Stresshormone ausgeschüttet, der Sympathikus (ein Teil des vegetativen Nervensystems) wird aktiviert, Nervensystem und Muskeln werden angespannt und die Energiereserven bereitgestellt.

 

2. Phase – Hochspannung: Der Körper befindet sich nun in einem Zustand erhöhter Spannung mit höchster Leistungsbereitschaft. Mit der Leistung, die der Mensch nun erbringt, wird die Spannung abreagiert und die Energien verbraucht.

 

3. Phase – Erschlaffung: Hier findet der Übergang in die Erholungsphase statt. Der so genannte Vagus (Erholungsnerv) übernimmt jetzt die Steuerung. Er ist der Gegenspieler zum Sympathikus.

 

 

Autor: Viola Booth

Datum: 17. Juni 2009

 

Symptome

Stress: Symptome

Stresssymptome können äußerst vielfältig sein. Sie reichen über Magenschmerzen, Kopfschmerzen und Allergien über Schwindel und Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu Schlaf- und Verdauungsbeschwerden. Weitere typische Symptome sind unter anderem: Wutanfälle, Launen, Nervosität, Alpträume, Überreiztheit, Appetitlosigkeit sowie ein möglicherweise erhöhter Alkohol- und Nikotinkonsum. 

 

Dauerhafter Stress über einen längeren Zeitraum (ohne Entspannungsphasen) kann krank machen und mitunter zu einem Burn-Out-Syndrom führen.

 

Positiver Stress

Stress muss nicht zwangsläufig negativ (Distress) sein, sondern es gibt auch positiven Stress (Eustress). So kann zum Beispiel die Vorfreude auf bestimmte Ereignisse, wie zum Beispiel den Urlaub, positiven Stress auslösen.

 

Zu viel oder zu wenig Stress führen zu einem Leistungsabfall. Steht man unter zu wenig Stress äußert sich dies durch Müdigkeit und Langeweile. Jede körperliche und geistige Aktivität braucht ein Mindestmaß an Stress – die richtige Stressdosis spornt also an und stellt den Menschen sogar zufrieden.

 

 

Autor: Viola Booth

Datum: 17. Juni 2009

Diagnose

Stress: Diagnose

Die Diagnose von Stress ist sehr komplex. Viele Symptome, die Dauerstress mit sich bringen, können auch andere Ursachen haben. Schlafstörungen oder Gereiztheit weisen nicht nur auf eine Stressbelastung hin, sondern können auch Symptome einer Depression oder Angststörung sein. Gleiches gilt für körperliche Beschwerden.

 

Zunächst gilt es daher psychische Erkrankungen sowie organische Ursachen der Stresssymptome auszuschließen. Anschließend wird mit dem Patienten eine individuelle Stresssymptomatik herausgearbeitet. Das geschieht über ein ausführliches Gespräch, in dem verschiedene Belastungssituationen, Einstellungen des Patienten, Verarbeitungsstrategien sowie die körperlichen und seelischen Auswirkungen erfragt werden.

 

Gegebenenfalls sind verschiedene psychologische Testverfahren erforderlich, um eine gesicherte Diagnose zu stellen.

 

 

Autor: Viola Booth

Datum: 17. Juni 2009

Behandlung

Stress: Behandlung

Da jeder Mensch individuell auf Situationen reagiert und unterschiedlich schnell gestresst ist, gibt es für die Stressbehandlung leider kein Patentrezept. Jeder Einzelne muss deshalb heraus finden, wie er dem Stress am besten entgegenwirken kann. Menschen können sich auf die unterschiedlichste Art und Weise entspannen und zur Ruhe kommen. Dennoch haben sich einige Methoden bewährt, um Stress abzubauen und die Energiereserven wieder zu regenerieren.

 

Der Arzt wird in einem Gespräch zuerst feststellen mit welchen eigenen Ressourcen und Kompetenzen der Patient seinen Stress vermindern kann. Auch das Miterleben positiver Erfolge, wie etwa in einer Selbsthilfegruppe kann dazu beitragen besser mit der eigenen Situation umzugehen.

 

Die wichtigsten Methoden um Stress abzubauen sind:

 

  • Bewegung: Eine Kombination von Gymnastik und Ausdauertraining ist hier besonders empfehlenswert.
  • Entspannung: Autogenes Training, progressive Muskelentspannung aber auch passive Entspannungsmaßnahmen wie Massagen oder Bäder sind hierbei denkbar.

 

Bei chronischem oder krankhaftem Stress ist eine therapeutische und psychologische Behandlung nötig.

 

 

Autor: Viola Booth

Datum: 17. Juni 2009

Prognose

Stress: Prognose

Auf Anspannung sollte stets Entspannung folgen. Daher ist es wichtig aktiv etwas gegen den Stress zu tun und einen Ausgleich zu schaffen. Wer in der Lage ist, Stress und Entspannung im Gleichgewicht zu halten und sich genügend Entspannungsmomente zu verschaffen, muss sich keine Sorgen machen.

 

Vorsicht ist bei Dauerbelastung geboten. Ständige Anspannung durch Belastungen im familiären oder beruflichen Bereich können zu Burn-Out (Erschöpfungssyndrom) führen. Je nach Schwere der Erkrankung, kann die Behandlung sehr langwierig sein. Je früher die Diagnose gestellt und mit der Behandlung begonnen wird, umso besser stehen die Heilungschancen. Eine späte Entlastung und ein Mangel an persönlichen Ressourcen erhöht die Gefahr dauerhafter Schäden.

 

 

Autor: Viola Booth

Datum: 17. Juni 2009

Vorbeugung

Stress: Vorbeugung

In dem Zusammenhang mit der Stressvorbeugung hört man oft das Wort „Selbstpflege“. Zur Selbstpflege gehört, alles Notwendige für seine eigene Versorgung zu planen und durchzuführen.

 

Tatsächlich ist es wichtig, sich seine Energien gut aufzuteilen. Entspannungspausen sind wichtig, um auch wieder Kräfte zu sammeln. Sich bis auf die letzten Energie-Reserven auszupowern – sowohl körperlich auch geistig – macht keinen Sinn.

 

Schaffen Sie sich Freiräume und legen Sie zwischendurch auch mal eine Pause ein. Auch bei einem gemütlicher Abend mit Freunden oder ein romantisches Abendessen zu zweit, kann man die Energiereserven wieder auftanken.

 

Ebenso kann es helfen kleine Rituale, die nicht viel Aufwand oder Zeit benötigen in den Alltag einzubauen. Zum Beispiel die Tasse Kaffee am Morgen, der Spaziergang nach der Arbeit oder der Krimi vor dem Schlafengehen. Solche Rituale geben Geborgenheit, helfen den Tag zu strukturieren und Stress abzubauen.

 

 

Weitere Informationen

 

Autor: Viola Booth

Datum: 05. Mai 2009

Überarbeitet am: 17. Juni 2009

Quellen: Amasheh, M.; Sturm, E.: Hausärztliche Patientenversorgung: Konzepte- Methoden- Fertigkeiten. Thieme, Stuttgart 2006

Domsch, H.; Fridrici, M.; Lohaus, A.: Stressbewältigung für Kinder und Jugendliche. Springer, Heidelberg 2007

Kollak, I.: Burnout und Stress: Anerkannte Verfahren zur Selbstpflege für Gesundheitsfachberufe. Springer, Heidelberg 2008

Litzcke, S. M.;Schuh, H.: Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz. Springer, Heidelberg 2007

Köllner, V.; Broda M. (Hrsg.): Praktische Verhaltensmedizin. Thieme, Stuttgart 2005

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