Ursachen
Mumps: Ursachen
Mumps, im Volksmund auch „Ziegenpeter“ genannt, ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die durch den Paramyxovirus ausgelöst wird. Die Übertragung erfolgt über Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt etwa zwei bis drei Wochen.
Generell kann man in jedem Alter an Mumps erkranken. Am häufigsten sind jedoch Kinder zwischen 4. und 15. Lebensjahr betroffen.
Infizierte Personen sind drei Tage vor und maximal neun Tage nach Krankheitsausbruch ansteckend.
Autor: Cand. med. Susanne Günther, Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 27. April 2009
Symptome
Mumps: Symptome
Die Erkrankung beginnt mit Fieber und einer sehr schmerzhaften Schwellung der Speicheldrüsen. Vor allem die Ohrspeicheldrüse (Parotis), die am Kieferwinkel vor dem Ohr sitzt, ist meist beidseitig betroffen. Die Schwellung kann aber auch nur auf einer Seite auftreten.
Andere Speicheldrüsen am Mundboden sind seltener betroffen. Abstehende Ohrläppchen und Schmerzen beim Kauen können die drei bis sieben Tage anhaltende Schwellung begleiten.
Weitere mögliche Symptome sind Übelkeit und Erbrechen sowie Kopfschmerzen und Nackensteife.
Autor: Cand. med. Susanne Günther, Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 27. April 2009
Diagnose
Mumps: Diagnose
Die Diagnose erfolgt über die charakteristischen Krankheitszeichen sowie über entsprechende Nachweise in Blut und Speichel. So lässt sich bei Mumps beispielsweise eine erhöhte Amylase-Aktivität im Blut nachweisen.
Amylasen sind Enzyme die unter anderem in Speicheldrüsen und im Speichel selbst vorkommen und Nahrungbestandteile zur Verdauung spalten. Diese Amylasen treten durch die viral bedingte Entzündung der Speicheldrüsen ins Blut über und lassen sich dort durch eine Laboruntersuchung nachweisen.
Auch Antikörper gegen das Mumpsvirus und Teile des Virus selbst können im Blut nachgewiesen werden. Kommt es zu Komplikationen und das Virus befällt andere Organe, kann es auch im Hirnwasser und im Urin nachgewiesen werden.
Autor: Cand. med. Susanne Günther, Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 27. April 2009
Verlauf
Mumps: Verlauf
Mumps ist eine Erkrankung, die sehr unterschiedlich verlaufen kann. Meist beginnt die Krankheit mit Appetitlosigkeit, Kopf- und Nackenschmerzen und Fieber. Schließlich kommt es zum Anschwellen der Ohrspeicheldrüse, dem charakteristischsten Symptom von Mumps.
Da sich die Drüse vor dem Ohr befindet, scheint die Wange ebenfalls deutlich geschwollen! Häufig schwillt ein bis zwei Tage nach der ersten Ohrspeicheldrüse auch die zweite Drüse an. Diese Schwellung ist sehr schmerzhaft. Durch den Druck auf den Gehörgang können mitunter auch Ohrschmerzen auftreten.
Nach circa sieben Tagen, schwillt die Drüse wieder ab.
Treten heftige Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen auf, könnte dies ein Hinweis auf eine Hirnhautreizung sein. In diesem Fall sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Bei vielen Kindern ist die Bauchspeicheldrüse in Mitleidenschaft gezogen. Achten Sie daher bei Ihrem Kind auf eine leichte und bekömmliche Ernährung und meiden Sie Fett. Ist die Bauchspeicheldrüse entzündet, (Pankreatitis) ist eine ärztliche Behandlung zwingend erforderlich.
Zudem muss der Betroffene über einen längeren Zeitraum eine Nulldiät einhalten, damit die Bauchspeicheldrüse vollkommen ruhig gestellt wird. Wer einmal an Mumps erkrankt war, behält fast immer eine lebenslange Immunität.
Mumps: Risiken
Nicht selten kommt es bei Mumps zu Komplikationen, wie beispielsweise Hirnhautreizung, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder anderer Drüsen-Organe. In seltenen Fällen kann auch eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) auftreten, die mitunter lebensbedrohlich sein kann.
Ist der Gehörnerv betroffen, besteht die Gefahr einer Schwerhörigkeit oder sogar Taubheit. Daher ist ein Hörtest im Anschluss an die Erkrankung wichtig. Tritt die Erkrankung erst nach der Pubertät auf, kann sie bei Jungen zu einer Hoden-, bei Mädchen zu einer Eierstockentzündung führen.
Autor: Cand. med. Susanne Günther, Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 27. April 2009
Behandlung
Mumps: Behandlung
Eine ursächliche Therapie gegen Mumps gibt es bisher nicht. In der Regel verlaufen Mumps-Erkrankungen leicht. Daher reicht es oft aus, die Beschwerden mit einfachen Maßnahmen, wie fiebersenkende Mittel, viel Ruhe und Schonung und ausreichend Flüssigkeit zu lindern. Auch eine gute Mundpflege mit Spül- und Gurgellösungen können Schmerzen lindern und das Wohlbefinden steigern.
Bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) muss eine Nulldiät eingehalten werden. Eine Beteiligung des Hodens wird durch entzündungshemmende Medikamente und Kortison, sowie eine Hochlagerung des Hodens behandelt.
Sollte das Kind unter starken Schmerzen leiden, kann der Arzt schmerzlindernde Medikamente verordnen. Wichtig ist, vor allem wegen der möglicherweise auftretenden Komplikationen, die Einhaltung von Bettruhe.
Autor: Cand. med. Susanne Günther, Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 27. April 2009
Vorbeugung
Mumps: Vorbeugung
Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt im Rahmen einer Dreifachimpfung Mumps, Masern und Röteln (MMR) die aktive Immunisierung einmal zwischen dem zwölften und fünfzehnten Lebensmonat und einer Auffrischung zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat durchzuführen. Eine Woche nach Impfung können grippeähnliche Symptome auftreten.
Der Nestschutz Neugeborener durch Antikörper der Mutter beträgt sechs Monate. Angestellte in Kindereinrichtungen ohne Antikörper sollten sich auch im Erwachsenenalter impfen lassen.
Weitere Informationen
Autor: Cand. med. Susanne Günther, Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 27. April 2009
Quellen: Muntau, A.C.: Intensivkurs Pädiatrie. Elsevier, Urban & Fischer, München 2007
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2008
Soldner, G.; Vagedes, J.: Das Kinder Gesundheitsbuch. Gräfe & Unzer, München 2008
