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Blutarmut: Ursachen Unter Blutarmut (Anämie) versteht man eine Verminderung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Die Erythrozyten versorgen alle Organe und Gewebe mit Sauerstoff – ein Mangel führt daher zur Unterversorgung. Man spricht auch von einer Blutarmut bei Verminderung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) oder/und Verminderung der zellulären Bestandteile am gesamten Blutvolumen (Hämatokrit) unter die geschlechtsspezifischen Referenzwerte. Beim Mann liegt eine Anämie vor, wenn der Hämoglobingehalt des Blutes weniger als 13,5 Gramm pro Deziliter beträgt. Bei der Frau liegt der untere Wert bei zwölf Gramm pro Deziliter. Es gibt viele verschiedene Formen und Ursachen von Anämien, so zum Beispiel: Besonders häufig tritt die so genannte Eisenmangelanämie auf, die bei Frauen vor allem durch eine starke Menstruationsblutung hervorgerufen wird. Aber auch chronische Blutungen wie sie etwa bei einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür auftreten, können zur Eisenmangelanämie führen. Auch die Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Vitamin B12, Eisen oder Folsäure führt zu Blutarmut, wenn sie nicht ausreichend mit der Nahrung aufgenommen werden. Viele chronische Erkrankungen wie etwa rheumatische Erkrankungen, Nierenleiden, Infekte oder Krebserkrankungen (zum Beispiel Leukämie) werden häufig von Anämien symptomatisch begleitet, obwohl sich Eisen zwar im Körper befindet, aber durch die Krankheit nicht verwertet werden kann. Manche Frauen leiden in der zweiten Schwangerschaftshälfte unter einer Anämie, bedingt durch einen erhöhten Wassergehalt des Blutes sowie durch eine Unterversorgung mit Eisen oder Folsäure. Der Eisenbedarf etwa erhöht sich in der Schwangerschaft um bis zu 100 Prozent. Ringelröteln in der Schwangerschaft können zudem zu Anämien beim Ungeborenen führen. Selten ist Anämie angeboren. Bei solch einer Diagnose ist die Lebensdauer der roten Blutkörperchen verringert. Zur angeborenen Anämie gehören zum Beispiel die Sichelzellenanämie die Thalassämie oder die Sphärozytose. Autor: Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008
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Blutarmut: Symptome Die Symptome der Blutarmut sind unspezifisch und je nach Ursache verschieden. Eine Abklärung durch den Arzt ist daher unbedingt notwendig. Die Merkmale der Eisenmangelanämie sind in der Regel:
| • | Blässe | | • | Müdigkeit | | • | Abgeschlagenheit | | • | Kopfschmerzen | | • | Atemnot | | • | Herzrasen | | • | Trockene Haut | | • | Brüchige Fingernägel | Anämie bei Folsäure- und Vitamin-B-Mangel weist dagegen folgende Symptome auf:
| • | Müdigkeit und Schwäche | | • | Ohrensausen, Kopfschmerzen | | • | Atemnot, Herzklopfen | | • | Schmerzen in den Beinen beim Gehen | | • | Zungenbrennen | | • | Gangunsicherheit | | • | Gelegentlich Ausfall der Muskelreflexe | Sind auch die weißen Blutzellen (Leukozyten) vermindert, ist die körperliche Abwehr gegen Infekte geschwächt. Autor: Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008
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Blutarmut: Diagnose Eine Blutuntersuchung gibt Auskunft über Anzahl und Größe der einzelnen Blutzellen sowie über den Hämoglobingehalt. Je nach Ursache weisen die roten Blutkörperchen unterschiedliche und mitunter charakteristische Veränderungen auf, so dass Laboruntersuchungen zeigen können um welche Anämie es sich handelt. Des Weiteren sollte der Arzt den Patienten genau nach bestehenden Krankheiten, Beschwerden und Essgewohnheiten befragen. Mitunter sind zur Klärung nach inneren Blutungen urologische (Urinprobe), gastroenterologische (Magen- oder Darmspiegelung) oder gynäkologische Untersuchungen notwendig. Autor: Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008
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Blutarmut: Behandlung Die Behandlung einer Blutarmut muss sich nach ihrer Ursache richten und stellt sich deshalb sehr individuell dar (siehe Ursachen). Liegt die Ursache der Anämie etwa in einem Mangel an Eisen sollte dieser Mangel zunächst über einen Zweitraum von drei bis sechs Monaten medikamentös behandelt werden, bis die Eisenspeicher im Körper wieder aufgefüllt sind. Im weiteren Verlauf muss der Eisenmangel durch eine Umstellung der Ernährung behandelt werden. Falls eine Blutung die Anämie ausgelöst hat, muss die Blutungsquelle gefunden und behandelt werden. Autor: Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008
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Blutarmut: Prognose Je nach Ursache hat die Anämie eine sehr unterschiedliche Auswirkung auf den Körper. Grundsätzlich ist die Behandlung unbedingt notwendig, da der dauerhafte Sauerstoffmangel der Organe unbehandelt zu schweren Schäden etwa an Herz und Lunge führen kann. Der durch die Anämie ausgelöste Sauerstoffmangel im Gehirn kann zu verzögerter geistiger Entwicklung führen. Infektionsanfälligkeiten steigen. Anämische Frauen können zudem Tot- oder Fehlgeburten erleiden. Autor: Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008
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Blutarmut: Vorbeugung Um einer Blutarmut vorzubeugen, empfiehlt sich in erster Linie eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen (vor allem Vitamin B12, Folsäure, Eisen). Unter Umständen ist in Rücksprache mit dem Arzt eine Nahrungsergänzung sinnvoll. Weitere Informationen Autor: Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008 Überarbeitet: 08. Juli 2009, Tanja von Ungern-Sternberg Quellen: Herold, G: Herold Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2008 Praxisatlas Gesundheit. ADAC Verlag, München. 2002 und Wissen Media Verlag, Gütersloh/ München.2002 Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 260.Auflage. de Gruyter, Berlin 2005 Sparenborg, H.-G.: Für Sanvartis GmbH, 2008
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Anämie;Blutmangel;Erythrozyten;Hämoglobin;Hypoxie;Blutkörperchen;Hämatokrit |
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