Tinnitus
Tinnitus: Auch Stress und andere psychische Belastungen können Auslöser sein.
Tinnitus: Auch Stress und andere psychische Belastungen können Auslöser sein.
Tinnitus: Ursachen
Als Tinnitus (Ohrgeräusche) werden Ohr- und Kopfgeräusche bezeichnet, die nicht durch ein akustisches Signal von außen (Schallwellen) verursacht werden, sondern nur subjektiv wahrnehmbar sind. Ein Tinnitus kann permanent oder wiederkehrend auftreten. Er beginnt plötzlich, oft in Verbindung oder als Symptom verschiedener Krankheiten, wie Infekte oder Knalltraumata.
Auch Stress und andere psychische Belastungen oder Durchblutungsstörungen können Auslöser für einen Tinnitus sein. Bei Hörstürzen kann der Tinnitus sowohl als Symptom als auch als Spätfolge vorkommen. Die genaue Ursache von Tinnitus ist nicht eindeutig geklärt.
Jeder vierte Deutsche hat oder hatte schon einmal einen Tinnitus, in den meisten Fällen aber nur vorübergehend. Am häufigsten treten Ohrgeräusche bei Menschen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, immer öfter auch bei jungen Menschen auf. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Tinnitus: Symptome
Die häufigsten Töne und Geräusche sind Brummen, Pfeifen, Rauschen oder Zischen. Etwa jeder fünfte Tinnitus-Betroffene leidet zusätzlich unter Gleichgewichtsstörungen. Weitere Begleitsymptome können Angstzustände, Schlafstörungen oder Depressionen sein.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Tinnitus: Diagnose
Der Arzt führt zuerst ein Gespräch über die aktuellen Tinnitus-Beschwerden und die Vorgeschichte (Anamnese). Vor allem die berufliche Lärmbelastung und bisherige Unfälle, Operationen oder Krankheiten im Bereich des Kopfs und der Ohren spielen dabei eine Rolle. Es folgt eine gründliche Untersuchung. Bei der Ohrmikroskopie werden der Gehörgang und das Trommelfell per Ohrenspiegelung (Otoskopie) untersucht.
Hörtests wie die Stimmgabelprüfung und das Tondiagramm, bei dem die wahrnehmbaren Frequenzbereiche ermittelt werden, beziehen sich auf eine mögliche Innenohrschwerhörigkeit. Eine Gleichgewichtsstörung wird mithilfe der Frenzelbrille diagnostiziert. Das Verfahren der Hirnstamm-Audiometrie erlaubt es, den Ort der Hörstörung und die Funktion des Hörnervs zu bestimmen. Dabei wird mit Elektroden die Reaktion von bestimmten Regionen im Gehirn auf Töne gemessen. Über mögliche Durchblutungsstörungen gibt die Blutdruckmessung Aufschluss.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Tinnitus: Behandlung
Die Behandlung des Tinnitus richtet sich in erster Linie nach der Krankheitsdauer, deshalb unterteilt man Ohrgeräusche systematisch in drei Klassen.
Akuter Tinnitus: Ein akuter Tinnitus besteht, wenn die Ohrgeräusche wenige Wochen bis drei Monate dauern. Wie beim Hörsturz werden kreislaufstabilisierende Maßnahmen eingeleitet, die das Blutvolumen in den Gefäßen erhöhen und die Fließeigenschaft des Bluts verbessern. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.
Durch Lösungen, die etwa zwei Wochen lang einmal täglich verabreicht werden, nimmt das Blutvolumen in den Gefäßen zu. Diese Behandlung, die HES-Infusionstherapie, gehört zum Basisverfahren bei akutem Tinnitus. Um die Fließeigenschaft des Blutes zu verbessern, wird eine sogenannte Apherese angewandt, ein Verfahren zur Blutreinigung, das LDL-Cholesterin, Lipoprotein (a) und Fibrinogen aus dem Blut entfernt. Diese Stoffe fördern die Blutgerinnung und behindern den Blutfluss in den Gefäßen. Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) atmet der Betroffene in einer Überdruckkammer reinen Sauerstoff über eine Atemmaske ein, was zu einer vermehrten Durchblutung führt. Glukokortikoide wie Kortison verringern Wassereinlagerungen, der Stoffwechsel im Innenohr verbessert sich.
Subakuter und chronischer Tinnitus: Ein subakuter Tinnitus liegt vor, wenn die Dauer des Tinnitus zwischen vier Monaten und einem Jahr liegt. Bei Ohrgeräuschen, die kontinuierlich länger als ein Jahr dauern, spricht man von einem chronischen Tinnitus. Neben den kreislaufstabilisierenden Maßnahmen, die bei einem akuten Tinnitus angewendet werden, spielt die Psyche beim subkutaren und chronischen Tinnitus eine starke Rolle.
Der Umgang mit der Krankheit im Alltag hat großen Einfluss auf den Verlauf des Tinnitus. Dazu gehört das „Überhören-Lernen“ der Geräusche. Diesen Ansatz greift die Tinnitus- Retraining-Therapie auf, deren Ziel es ist, die Geräusche nicht mehr wahrzunehmen. Die Anwendung gezielter Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation hilft, Stress abzubauen und mit Konfliktsituationen besser umzugehen.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Tinnitus: Prognose
Je früher mit der Tinnitus-Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Heilungschancen. In einigen Fällen schlägt die Therapie jedoch nicht an, weshalb die Betroffenen lernen müssen, mit den Ohrgeräuschen zu leben. Dabei kann eine psychotherapeutische Behandlung hilfreich sein.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Tinnitus: Vorbeugung
Es gibt keine allgemein anerkannte Empfehlung, wie sich einem Tinnitus vorbeugen lässt. Grundsätzlich ist es ratsam, Umstände, die Ohrgeräusche auslösen können, zu vermeiden. Dazu gehören Lärmbelastung, zum Beispiel durch zu laute Musik, oder Stress. Auch Entspannungstechniken zur Stressbewältigung können hilfreich sein.
Weitere Informationen
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Quellen: Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2005
Hartmann, M.: Zur Psychophysiologie des Tinnitus. Dissertation. Kiel, Philosophische Universität der Universität Kiel 2003
Online-Informationen der Deutschen Tinnitus-Liga e.V.: www.tinnitus-liga.de (Stand: 03/2008)