Die Ähnlichkeitsregel
Dieses Prinzip ist das A und O einer homöopathischen Therapie.
Homöopathie: Definition
Homöopathie ist ein alternativmedizinisches Therapieverfahren, das um das Jahr 1800 durch Samuel Hahnemann begründet wurde. Neben der klassischen Homöopathie nach Hahnemann gibt es die organotrope Homöopathie und die Komplexmittel-Homöopathie.
Im Zentrum aller Homöopathie-Formen steht das Prinzip der Ähnlichkeitsregel (Simile-Prinzip). Demnach gilt, dass die jeweilige angewandte Arznei den Beschwerden und Symptomen gleichen soll. Leidet jemand unter bestimmten Beschwerden, nimmt er ein Mittel ein, das (in wesentlich höherer Dosierung) genau diese Beschwerden bei einem gesunden Menschen auslösen kann. Bei dem Kranken hingegen bessern sie den Gesundheitszustand. Das Homöopathie-Prinzip lautet demnach: „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“ (similia similibus curentur).
Die in der Homöopathie verwendeten Präparate sind nach festgelegten Regeln stark verdünnt (potenziert). Die Präparate beinhalten eine Urtinktur aus Pflanzen, Tieren oder Mineralien und werden schrittweise mit Wasser oder Alkohol verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben. Sie sind häufig so stark verdünnt, dass der Ausgangsstoff kaum noch nachweisbar ist. Dies soll Nebenwirkungen vermindern; viele Homöopathen glauben zudem, dass hierdurch die heilende Wirkung verstärkt wird.
Die Art des Mittels ist in der Homöopathie wichtiger als dessen Dosierung. Unabhängig davon, wie oft das Mittel eingenommen wird; die richtige Auswahl des homöopathischen Präparats ist ausschlaggebend.
Autor: Sabine Fischer, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 22. Januar 2010
Homöopathie: Durchführung
Die klassische Homöopathie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Im Mittelpunkt steht nicht die Krankheit, sondern der kranke Mensch als Ganzes - innere und äußere Faktoren, sowie das eigene Erleben und Empfinden.
Dem individuellen Krankheitsbild entsprechend, ordnet der Homöopath den Symptomen das passende Arzneimittelbild zu. Dieser Abgleich von Krankheits- und Arzneimittelbild lässt sich heutzutage auch mit computergestützten Programmen durchführen. Das Ergebnis ist eine gezielte Arzneimittelwahl, die an individuellen Persönlichkeits- und Krankheitsmerkmalen ausgerichtet ist.
In der Homöopathie können einzelne Mittel oder eine Kombination von Präparaten über eine bestimmte Zeit hinweg verordnet werden. Der Homöopath legt individuell fest, wann, wie oft und wie lange das Präparat eingenommen werden muss. Außerdem erteil er Ratschläge zur gesunden Lebensführung. Die gesamte Behandlung erstreckt sich häufig über einen längeren Zeitraum, da viele Krankheiten in der Homöopathie als chronisch angesehen werden. Durch regelmäßige Kontrollen in bestimmten Zeitabständen ist während der Behandlung ein Wechsel der verordneten Mittel möglich.
Homöopathische Arzneimittel sind in Apotheken erhältlich. Diese gibt es in Form von Tropfen, Streukügelchen (Globuli), Tabletten, Salben und Injektionslösungen. In der Homöopathie wird empfohlen, während der Therapie auf Gewürze, Koffein, Alkohol und Nikotin zu verzichten. Auch der Gebrauch mentholhaltiger Zahnpasta ist während einer homöopathischen Behandlung nicht sinnvoll.
Autor: Sabine Fischer, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 22. Januar 2010
Homöopathie: Anwendung
Ziel einer homöopathischen Behandlung ist es, Krankheiten zu heilen und gestörte Funktionen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Homöopathie kann bei nahezu allen Erkrankungen - zum Beispiel akuten Krankheiten wie Erkältungen und Magen-Darm-Infekten, chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzschwäche, Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen, Allergien, Abwehrschwäche sowie psychischen und psychosomatischen Erkrankungen – eingesetzt werden.
Die Zusatzbezeichnung Homöopathie können Ärzte im Rahmen einer Weiterbildung erlangen. Homöopathische Behandlungen werden außerdem sehr häufig von Heilpraktikern angeboten.
Im Gegensatz zu früher übernehmen neben privaten inzwischen auch viele große gesetzliche Krankenkassen bestimmte homöopathische Behandlungen, manche auch die Kosten für die Medikamente.
Voraussetzungen sind, dass die Ärzte eine anerkannte Zusatzqualifikation besitzen und außerdem mit der jeweiligen Krankenkasse einen Vertrag zur homöopathischen Versorgung abgeschlossen haben.
Autor: Sabine Fischer, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 22. Januar 2010
Homöopathie: Risiken
Die Homöopathie ist kein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren und ihre Wirksamkeit ist durch Studien nicht belegt. Bei vielen Erkrankungen - vor allem lebensbedrohlichen Zuständen wie zum Beispiel einem allergischen Schock - sollten schulmedizinische Verfahren Vorrang haben. Auch bei der Behandlung bestimmter akuter und chronischer Krankheiten sind schulmedizinische Arzneimittel nachgewiesenermaßen wirksamer als homöopathische Präparate - zum Beispiel Insulin bei Diabetes mellitus, Blutgerinnungshemmer bei Herzrhythmusstörungen und Antibiotika bei bakteriellen Infekten.
Grundsätzlich besteht das Risiko bei einer homöopathischen Behandlung, dass bei schweren Krankheiten konventionelle therapeutische Maßnahmen zu spät oder gar nicht angewendet werden.
Über einen längeren Zeitraum eingenommen, können einige homöopathische Präparate dem Körper schaden, auch wenn es sich um stark verdünnte Substanzen handelt. Bei Kindern, Schwangeren und Menschen mit Alkoholproblemen ist bei der Anwendung von homöopathischen Präparaten Vorsicht geboten, da sie Alkohol enthalten können.
Weitere Informationen
Informationen rund um die Homöopathie erhalten Sie auch beim Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte
Autor: Sabine Fischer, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Aktualisiert: 22. Januar 2010
Quellen: Pschyrembel: Naturheilkunde und alternative Heilverfahren. De Gruyter, Berlin 2006
Stiftung Warentest (Hrsg.): Die Andere Medizin. Berlin 2005
Online-Informationen der AOK zur homöopathischen Versorgung (2010)
Online-Informationen der DAK zur homöopathischen Versorgung (2009)
Online-Informationen der TK zur homöopathischen Versorgung (2009)
Die Ähnlichkeitsregel
Dieses Prinzip ist das A und O einer homöopathischen Therapie.
Die Herstellung der Mittel
Die Präparate werden in vielen einzelnen Schritten hergestellt und stark verdünnt. Sehen Sie, was dahinter steckt.
Entstehung der Heilmethode
Samuel Hahnemann ist der Begründer des noch jungen Heilverfahrens - sein Nachlass lebt bis heute weiter.
Auswahl der richtigen Arznei
Kleinere oder größere Beschwerden - Homöopathie wird bei vielen Erkrankungen eingesetzt. Sehen Sie, auf was Sie dennoch achten sollten.
Die richtige Verdünnung
Die Verdünnung ist in der Homöopathie das A und O.