Ursachen
Neurodermitis: Ursachen
Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Bis heute konnten die Ursachen der Atopischen Dermatitis nicht eindeutig geklärt werden. Eine große Rolle scheint die genetische Veranlagung zu spielen. Hinzu kommen Umwelteinflüsse und psychische Faktoren, insbesondere Stress. Die einzelnen Schübe werden in der Regel durch verschiedene Einflüsse provoziert. Das können sein:
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Irritation der Haut durch Textilien, falsche Pflegeprodukte, stark verschmutzte Luft oder Tabakrauch
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Wettereinflüsse wie extreme Kälte oder Trockenheit
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Bakterielle und virale Infekte
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Hormonumstellung, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft
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Psychischer Stress
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Wechselwirkungen mit allergischen Reaktionen, etwa auf Nahrungsmittel, Tierhaare, Pollen oder Hausstaubmilben
Autor: Nicole Lücke, Dr. Med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Symptome
Neurodermitis: Symptome
Die Neurodermitis bricht meistens schon im Kindesalter aus. Kennzeichnend ist eine starke Rötung der Haut, die sich entweder großflächig oder als kleine Pusteln ausbreitet. Eventuell nässen die Pusteln oder schuppen sich. Bei Kleinkindern treten sie meistens im Gesicht auf, während im Erwachsenenalter eher die Armbeugen und Kniekehlen betroffen sind, zum Teil auch die Innenseiten der Handgelenke.
Für die Betroffenen ist besonders der Juckreiz quälend, der häufig Folgeerscheinungen wie Schlafmangel nach sich zieht. Die deutlich sichtbaren äußeren Symptome können außerdem zu einer großen psychischen Belastung führen.
Autor: Nicole Lücke, Dr. Med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Diagnose
Neurodermitis: Diagnose
Für eine sichere Diagnose der Neurodermitis ist ein ausführliches Gespräch wichtig, um den bisherigen Krankheitsverlauf und eine mögliche erbliche Vorbelastung zu hinterfragen. Darüber hinaus kann eine Hautprobe in gewissem Rahmen Aufschluss geben. Weil die Atopische Dermatitis anderen Hautkrankheiten und Ekzemen ähnelt, sollte der Verlauf beobachtet werden. Regelmäßige Besuche beim Haut- oder Kinderarzt sind daher empfehlenswert.
Des Weiteren ist es wichtig, die Faktoren zu ermitteln, welche die Schübe auslösen. Neben einem Allergietest kann dabei ein Neurodermitis-Tagebuch helfen, in dem der Betroffene notiert, unter welchen Umständen (Stress, Wetter, Kontakt mit Tierhaaren etc.) die Haut gereizt reagiert.
Autor: Nicole Lücke, Dr. Med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Behandlung
Neurodermitis: Behandlung
Zunächst sollten alle Faktoren vermieden werden, auf die die Haut gereizt reagiert. Zur Behandlung der Neurodermitis stehen darüber hinaus viele Möglichkeiten zur Verfügung. Es gibt jedoch keine Standardbehandlung, die jedem Erkrankten gleich gut hilft, weil sich die Neurodermitis individuell unterschiedlich äußert und durch verschiedene Faktoren ausgelöst wird. Der Hautarzt muss die Therapie also einzeln anpassen.
Mögliche Behandlungen der Neurodermitis sind unter anderem:
- Lotionen und Cremes, die den Säureschutzmantel der Haut stabilisieren und sie so unempfindlicher gegen äußere Einflüsse machen.
- Feuchtigkeit, da sehr trockene Haut bei Neurodermitis typisch ist, Harnstoff hat sich hier bewährt.
- Antibakterielle beziehungsweise antiseptische Präparate, um die Ansiedlung von Bakterien auf der Haut zu verringern.
- Wirkstoffe zur Linderung des Juckreizes der Neurodermitis, etwa Polidocanol.
- Antihistaminika in Tablettenform gegen den Juckreiz.
- Die äußere Anwendung von Kortikosteroiden (Kortison), um die entzündlichen Prozesse der Haut einzudämmen. Bei starken akuten Schüben kann die Einnahme von Kortison-Tabletten notwendig sein. Kortison sollte wegen der starken Nebenwirkungen bei Neurodermitis jedoch nicht dauerhaft angewendet werden.
- Die so genannten Calcineurininhibitoren (Pimecrolimus und Tacrolimus) werden ebenfalls lokal aufgetragen. Sie unterdrücken das Immunsystem der Haut und somit die entzündlichen Prozesse. Sie werden bei Atopischer Dermatitis zunehmend als Alternative zum Kortison eingesetzt.
- Lichttherapie (PUVA-Therapie) und Klimatherapie (z.B. im Hochgebirge oder an der Nordsee).
Autor: Nicole Lücke, Dr. Med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Prognose
Neurodermitis: Prognose
Neurodermitis ist bislang nicht heilbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Atopische Dermatitis von alleine verschwindet, ist jedoch sehr groß: In Deutschland erkranken acht bis 16 Prozent der Kinder an Neurodermitis, bevor sie eingeschult werden - bei mehr als zwei Drittel von ihnen tritt die Atopische Dermatitis im Erwachsenenalter nicht mehr auf. Dabei kann die Neurodermitis in jeder Lebensphase zum Stillstand kommen.
Autor: Nicole Lücke, Dr. Med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Vorbeugung
Neurodermitis: Vorbeugung
Es ist nur bedingt möglich, einer Neurodermitis vorzubeugen. Besonders bei genetisch vorbelasteten Kindern wird empfohlen, sie in den ersten sechs Monaten konsequent zu stillen und keinen Brei zuzufüttern. Außerdem sollte im ersten Jahr auf Hühnerei verzichtet werden.
Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, eine allergenarme Umgebung zu schaffen, also Hausstaubmilben, Tierhaare und ähnliches weitestgehend aus dem Haus zu entfernen und das Kind von Schadstoffen wie Schimmelpilzen und Zigarettenrauch fern zu halten.
Weitere Informationen
Wichtige Infos rund um das Thema finden Sie auch bei allergie.info.
Autor: Nicole Lücke, Dr. Med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Quellen: Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und des Berufsverbandes Deutscher Dermatologen: Atopische Dermatitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/027 (Stand: 07/2002)
Werfel, Thomas (u.a.): Therapie der Neurodermitis. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (Hrsg.). Schriftenreihe Health Technology Assessment. Bd. 46, Köln 2006, ISSN 1864-9645.
Dr. Young-Ae Lee: Neurodermitis - Entstehung und Ursachen. Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (Hrsg.). Online-Publikation (Stand: August 2003).
