Ursachen
Allergien: Ursachen
Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems gegenüber eigentlich harmlosen körperfremden Substanzen aus der Umwelt. Diese allergieauslösenden Stoffe bezeichnet man als Allergene.
Bei den meisten Allergenen handelt es sich um Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft, zum Beispiel von Pollen, Milben oder Schimmelpilzen. Prinzipiell kann jeder Stoff zum Auslöser einer Allergie werden. Laut Deutschem Allergie- und Asthmabund sind nach vorsichtigen Schätzungen allergieauslösende Wirkungen für rund 20.000 Substanzen bekannt.
Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 20. Februar 2009
Symptome
Allergien: Symptome
Oft reichen schon kleinste Mengen eines Allergens aus, um im Körper heftige Reaktionen auszulösen. Die Art, die Ausprägung und der Schweregrad einer Allergie können sehr unterschiedlich sein.
Die Beschwerden reichen von harmlosen Beeinträchtigungen, wie Rötungen der Haut oder leichten Schnupfen bis hin zum anaphylaktischen Schock, der sofort intensiv-medizinisch behandelt werden muss.
Weitere mögliche Symptome:
- Bindehautentzündung, Lidschwellung, juckende Augen
- Fließschnupfen, Schwellungen der Atemwege, Asthmatische Beschwerden
- Ekzeme, Juckreiz, Rötungen der Haut
- Übelkeit, Durchfall, Magenschleimhautentzündung.
Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 20. Februar 2009
Diagnose
Allergien: Diagnose
Die Vielfalt der möglichen Auslöser macht die Diagnose einer Allergie oft schwierig und grenzt regelrecht an Detektivarbeit. Eine gründliche Allergiediagnostik beinhaltet daher immer mehrere Schritte:
- Anamnese: Die ausführliche Erhebung der Krankheitsvorgeschichte steht immer am Anfang der Diagnostik und soll Auskunft über mögliche Allergieauslöser (z.B. Tierhaare, Lacke, Nahrungsmittel etc.) geben.
- Laboruntersuchungen: Mit Hilfe dieser Untersuchungen werden Antikörper oder Abwehrzellen im Blut nachgewiesen.
- Hauttests: Sie sind Hauptbestandteil der Allergiediagnostik. Bei diesen Tests werden bewusst Allergene auf die Haut aufgebracht und beobachtet, ob allergische Reaktionen (Rötungen, Pusteln etc.) auftreten. Die gängigsten Allergietests sind Prick-Test, Scratch-Test, Intrakutantest, und Reibtest.
- Provokationstest: Dieser Test wird in der Regel nur dann angewendet, wenn eine eindeutige Diagnose durch die bisherigen Tests noch nicht möglich war. Dabei werden die vermutlich allergieauslösenden Substanzen direkt auf die Schleimhäute von Nase, Augen oder Bronchien aufgetragen. Der Test sollte jedoch nur unter ständiger ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden und wenn keine akuten Beschwerden vorliegen.
Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 20. Februar 2009
Behandlung
Allergien: Behandlung
- Allergenkarenz: Die wichtigste Maßnahme bei einer Allergie ist es, den Kontakt zu der auslösenden Substanz zu vermeiden (Karenz). Vor allem bei Pollen- oder Schimmelpilzallergien ist dass jedoch nicht einfach, wenn nicht sogar unmöglich. Problemloser ist es bei einer Nahrungsmittel- oder Nickelallergie. Hier reicht es, auf die entsprechenden Lebensmittel oder das Tragen nickelhaltiger Schmuckstücke zu verzichten. Sind solche Karenzmaßnahmen nicht möglich, kann auf eine Hyposensibilisierung zurückgegriffen werden.
- Hyposensibilisierung: Hyposensibilisierung bedeutet soviel wie "unempfindlich machen". Dabei wird dem Allergiker über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren die allergieauslösende Substanz in steigender Dosis gespritzt, mit dem Ziel, den Betroffenen dagegen unempfindlich zu machen. Die Behandlung lässt sich jedoch nur durchführen, wenn das auslösende Allergen bekannt ist und als Hyposensibilisierungslösung vorliegt.
- Medikamentöse Behandlung: Medikamente können die Ursachen einer Allergie nicht beseitigen, aber sie helfen, Krankheitssymptome zu lindern oder zu vermeiden. Sie sind oft die einzige Möglichkeit, den Betroffenen Erleichterung zu verschaffen. Eingesetzt werden vor allem Antihistaminika (gegen Juckreiz, Hautausschlag und Schwellungen),
Dinatriumcromoglycat (DNCG) und Kortison (gegen Entzündungserscheinungen). Sowohl DNCG als auch Kortison werden vorbeugend eingenommen.
Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 20. Februar 2009
Prognose
Allergien: Prognose
Art, Ausprägung und Stärke allergischer Reaktionen sind nicht immer gleich und können sich im Laufe des Lebens verändern. Insbesondere im Säuglings- und Kleinkindalter auftretende Allergien können nach einigen Jahren sogar wieder ganz verschwinden. Nicht selten verbessert sich die Allergie auch noch mit zunehmendem Alter. Das Immunsystem wird träger und reagiert meist weniger empfindlich.
Eine Ausnahme bilden Nahrungsmittelallergien. Diese bleiben meist ein Leben lang bestehen, insbesondere dann, wenn es sich um sogenannte pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien handelt. Personen, die gegen Pollen allergisch sind, können im Laufe der Zeit oft noch weitere Allergien entwickeln.
Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 20. Februar 2009
Vorbeugung
Allergien: Vorbeugung
Einen hundertprozentigen Allergieschutz gibt es nicht. Generell gilt: Die beste Vorbeugung ist, alles zu vermeiden, was das Risiko erhöht, an einer Allergie zu erkranken.
Prinzipiell beginnt die Allergieprävention schon mit dem Stillen des Kindes kurz nach der Geburt, wenn das Immunsystem beginnt sich auszubilden. Können oder möchten Mütter nicht stillen, bietet hypoallergene Säuglingsnahrung, sogenannte HA-Nahrung, einen ähnlichen Schutz. Wird dem Baby ab dem fünften bis sechsten Monat zugefüttert, sollte auf hochallergene Lebensmittel wie beispielsweise Kuhmilch, Eier, Soja, Fisch, Nüsse oder Zitrusfrüchte verzichtet werden.
Eine große Rolle bei der Entstehung von Allergien spielen die sogenannten Aeroallergene. Das sind Allergene, die über die Luft verbreitet werden, wie zum Beispiel Pollen, Schimmelpilzsporen, Tierepithelien oder Hausstaubmilben. Diese lassen sich durch einfache Maßnahmen reduzieren:
- keine Haustiere, Topfpflanzen oder offene Regale in Schlafräumen
- Staubsauger mit Mikrofilter benutzen
- Bettbezüge aus kochbaren Materialien oder milbenundurchlässige Matratzenüberzüge verwenden
- regelmäßig Lüften
Weitere Informationen
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.
Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann
Datum: 20. Februar 2009
Quellen: Saloga, J.; Klimek, L.; Buhl, R.; Mann, W.; Knop, J. (Hrsg.): Allergologie-Handbuch. Grundlagen und klinische Praxis. Schattenhauer, Stuttgart 2006
Müller, A.: BASICS Allergologie. Elsevier, München 2006
