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Definition Eine Röntgen-Untersuchung ermöglicht die Durchleuchtung verschiedener Körperregionen mittels der Röntgen-Strahlen. Diese elektromagnetischen Wellen durchdringen den Körper und beleuchten den Röntgenfilm. Die Röntgen-Strahlung verliert Energie, wenn sie Materie - wie Körpergewebe - durchdringt.
Knochen schwächen Röntgen-Strahlung am stärksten ab, auf dem Röntgen-Bild erscheinen sie daher weiß. Luft- oder gasgefüllte Organe wie Magen oder Lungen sowie weiches Gewebe (wie Fett, Muskeln und Haut) sind für die Strahlung hingegen durchlässig und erscheinen schwarz - sie lassen sich nicht gut genug darstellen und nicht ausreichend von den Nachbargeweben abgrenzen. In diesen Fällen wird eine Röntgen-Untersuchung mittels Kontrastmittel angewandt.
Kontrastmittel Durch Röntgen-Kontrastmittel können bei einer Röntgen-Untersuchung künstliche Kontraste erzeugt werden. Kontrastmittel ermöglichen, Hohlräume wie den Magen oder auch Blutgefäße hervorzuheben. Durch die sogenannten positiven (röntgendichten) Kontrastmittel wird die Strahlung zusätzlich abgeschwächt - die untersuchten Körperregionen erscheinen auf dem Röntgen-Bild weiß statt schwarz. Die so genannten negativen (röntgendurchlässigen) Kontrastmittel lassen die mit Kontrastmittel behandelten Körperregionen dunkler erscheinen. Bei einer Doppelkontrast-Röntgen-Untersuchung werden ein röntgendichtes und ein röntgendurchlässiges Kontrastmittel am gleichen Organ eingesetzt. Bei einer Röntgen-Untersuchung ist es in manchen Fällen sinnvoll, nicht nur einen kurzen Moment, sondern einen funktionellen Bewegungsablauf im Körper - wie zum Beispiel den Schluckakt - darzustellen. Die aus dem Körper austretende Röntgen-Strahlung wird dabei mittels Detektoren auf einem Monitor als bewegtes Bild angezeigt. Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte die Röntgen-Strahlen eher zufällig im Jahr 1895 im Rahmen seiner Forschungen. Röntgen-Untersuchungen wurden im Laufe der Zeit stark weiterentwickelt: Computertomografien und Mammografien sind ebenfalls Röntgen-Untersuchungen.
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Durchführung Eine Röntgen-Untersuchung ist ein schnelles und schmerzfreies Verfahren, welches in der Regel von einem Radiologen oder - nach einem Unfall -von einem Unfallchirurgen durchgeführt wird. Die Körperregion, die geröntgt wird, sollte unbedeckt sein; so muss Schmuck möglicherweise abgelegt werden. Je nach geröntgter Körperregion steht, sitzt oder liegt man während der Röntgen-Untersuchung. Ist die Gabe von Kontrastmittel notwendig, wird diese vor der Röntgen-Untersuchung verabreicht. Zu den positiven Kontrastmitteln gehören zum Beispiel Barium oder Jod, zu den negativen Kontrastmitteln gehören Gase wie Luft oder Kohlendioxid. Der Untersuchte trinkt das Kontrastmittel oder bekommt es gespritzt. Nach kurzer Zeit sind Körperhöhlen oder Gefäße ausgefüllt oder das Kontrastmittel lagert an den Organwänden. Durch letzteres ist die Beurteilung des Verlaufs der Organe und dessen Oberflächenstruktur möglich. Der Untersuchte befindet sich zwischen der sogenannten Röntgen-Röhre, welche die Strahlung abgibt, und dem Röntgen-Film, der die Strahlung abbildet, die den Körper durchdrungen hat. Vor der Röntgen-Aufnahme werden kleine Plättchen neben die zu untersuchende Körperregion gelegt. Durch ihre Markierung geben diese Plättchen dem Arzt bei der Betrachtung des Röntgen-Bilds Auskunft über die Strahlenrichtung (von vorne nach hinten oder umgekehrt) und über die geröntgte Körperpartie (z.B., ob es sich um das rechte oder linke Handgelenk handelt). Die eigentliche Röntgen-Aufnahme dauert nur einen kleinen Augenblick, vergleichbar mit dem Schießen eines Fotos. Während dieser Zeit befindet sich der Untersuchte allein im Behandlungsraum - über eine Sprechanlage ist er jedoch mit dem Personal verbunden. Während der Aufnahme ist es wichtig, dass man sich nicht bewegt. Andernfalls ist das Röntgen-Bild verwackelt. In den meisten Fällen sind Röntgen-Aufnahmen aus verschiedenen Einfallswinkeln nötig. Die untersuchte Körperregion wird dafür zwischen den Aufnahmen in verschiedenen Positionen gelagert. Im Anschluss an die Untersuchung beurteilt der Arzt die Röntgen-Bilder und bespricht sie mit dem Untersuchten. Wird ein Bewegungsablauf geröntgt, schaut der Arzt sich die Röntgen-Durchleuchtung parallel auf einem Monitor an.
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Anwendungsgebiete Röntgen-Untersuchungen kommen in der Medizin sehr häufig zur Anwendung. Durch eine Röntgen-Untersuchung des Skeletts lassen sich beispielsweise Knochenbrüche diagnostizieren. Zudem kann der Arzt degenerative Prozesse, Gelenkveränderungen und Tumoren feststellen. Röntgen-Aufnahmen des Kopfs sind in der Zahnmedizin und Kieferchirurgie häufig. Im Kiefer liegende Weisheitszähne, Karies, Zahnwurzeln und Zahnstellungen sind auf dem Röntgenbild sichtbar. Eine Röntgen-Untersuchung des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) lässt den Arzt das Zwerchfell, die Lungen und das Herz beurteilen. So lassen sich verschiedene Herzerkrankungen (wie eine Herzvergrößerung) und Lungenerkrankungen (wie eine Lungenentzündung oder Lungenkrebs) erkennen. Die Darstellung des Gefäßsystems des Körpers mittels Röntgen-Strahlen wird als Angiographie bezeichnet. Durch die Gabe von Kontrastmitteln werden Engstellen oder Verschlüsse der Arterien und Venen sichtbar gemacht. Eine Röntgen-Untersuchung der Bauchregion (Röntgen-Abdomen) wird meist mit Kontrastmitteln durchgeführt. Der Arzt kann Hinweise auf chronisch- entzündliche Darmerkrankungen, Darmpolypen und Darmtumoren (z.B. Darmkrebs) bekommen. Wird ein Bewegungsablauf geröntgt, lassen sich die funktionellen Abläufe im Magen-Darm-Trakt (inklusive dem Schluckakt) beurteilen. Eine Röntgen-Untersuchung der Brust (Mamma) wird als Mammografie bezeichnet. Durch diese spezielle Röntgen-Untersuchung der Brust lässt sich Brustkrebs (Mammakarzinom) frühzeitig feststellen. Risiken Röntgen-Strahlung ist radioaktiv. Der menschliche Körper ist es gewohnt, Radioaktivität ausgesetzt zu sein. Eine zu hohe künstliche Strahlenbelastung kann dem Körpergewebe jedoch schaden, in Folge können Krebserkrankungen auftreten. Bei einer Röntgen-Untersuchung ist die Strahlendosis jedoch sehr gering. Problematisch wird es nur bei zu häufigem Röntgen. Es empfiehlt sich, vom Radiologen einen Röntgen-Pass anfertigen zu lassen. Jede Röntgen-Untersuchung wird darauf dokumentiert - so kann die Strahlenbelastung kontrolliert und gegebenenfalls eingeschränkt werden. Schwangere sollten nicht geröntgt werden. Schon eine sehr geringe Strahlenbelastung bedeutet ein Risiko für das ungeborene Kind. Bei einer Röntgen-Untersuchung mit Kontrastmitteln kann eine allergische Reaktion auftreten. Da die Untersuchung unter Aufsicht stattfindet, kann der Arzt in einem solchen Fall direkt eingreifen. Bei bekannter Allergie gegen Kontrastmittel (z.B. Jodallergie) muss der Arzt vorher informiert werden. Weitere Informationen: Autor: Theresa Nikley Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. Juni 2008 Quellen: Corazza, V.; et al: Kursbuch Gesundheit. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2006 Hoffbauer, G.: Medizinische Untersuchungsmethoden. Heinrich Hugendubel, München 2003 Online-Informationen der Deutschen Röntgengesellschaft: Leitlinien der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik. (Stand: 05/2008) Wahlers, L.: Der Gesundheitsbrockhaus: Kursbuch Mensch. Brockhaus, Mannheim 2001
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Roentgen;Roentgen-Strahlen |
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