Definition
Yoga: Definition
Yoga ist gut für die Gesundheit. Ausgeglichenheit, Beweglichkeit, Vitalität, Energie und Kraft sollen durch die Übungen gefördert werden.
Ursprünglich kommt Yoga aus Indien. Dort bezeichnet der Begriff eine Methode der Geistesschulung und eine der großen philosophischen Sichtweisen auf die Wirklichkeit. Die Methode soll ein Weg zur Klärung des Geistes und zur Selbstverwirklichung sein. Gleichzeitig ist Yoga auch die Fähigkeit, sich ausschließlich auf eine Frage oder einen Inhalt zu konzentrieren und dabei ohne Ablenkung zu verweilen.
In den 90er Jahren wurde dieser Grundgedanke des Yoga mit einer Vielzahl anderer Körpertechniken verbunden (Stretching, Callanetics usw.). Heutzutage werden die Übungen allgemein als Verfahren zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit und vor allem als Entspannungsmethode angewendet.
Besuche in Yoga-Schulen können einen therapeutischen Schwerpunkt haben, die Körperübungen in den Mittelpunkt stellen oder sich vordergründig mit der Philosophie und der Meditation auseinander setzen.
Der klassische „Leitfaden des Yoga“ beinhaltet einen achtgliedrigen Pfad (Übungsweg), der sich aus folgenden Gliedern oder Stufen zusammensetzt:
- Yama: Hierbei geht es um den Umgang mit der Welt.
- Niyama: Handelt vom Umgang mit sich selbst.
- Asanas: Dies sind die Körperübungen. Es gibt heute eine Vielzahl von Yogahaltungen.
- Pranayama: In dieser Stufe geht es um die Atemübungen.
- Pratyahara: Bedeutet "Das Zurückziehen der Sinne".
- Dharana: Dabei geht es um die Fähigkeit sich konzentrieren zu können.
- Dhyana: Ist die konzentrierte Versenkung. Die so genannte Meditation spielt hier eine Rolle.
- Samadhi: Diese Stufe ist das Ziel des Wegs - das völlige Verschmelzen. Dies bedeutet, dass man eins wird, mit sich und der Welt.
Die beiden ersten Stufen werden als Einstieg in das Yoga gesehen. Die meisten Menschen beginnen allerdings direkt mit den Körperübungen (Asanas).
Autor: Sabine Fischer, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 23. Juni 2009
Durchführung
Yoga: Durchführung
Eine typische Yoga-Sitzung beginnt mit der mentalen Vorbereitung (Stufe eins und zwei). Ziel ist es, hierbei einfach den Alltag hinter sich zu lassen. Es folgen eine Reihe von Körperhaltungen (Stufe drei) und Atemübungen (Stufe vier).
Einer der Grundhaltungen beim Yoga ist die klassische Meditationshaltung (der Sitz am Boden und der Lotos-Sitz). Weitere Haltungen sind zum Beispiel die "Kobra" oder die "Baumhaltung".
Populär ist auch der so genannte Sonnengruß: Hierbei werden zwölf Übungen in einem fließenden Ablauf nacheinander praktiziert und dabei viele verschiedene Muskelgruppen trainiert.
Tipp: Einmal richtig unter Anleitung gelernt, kann man den Schweregrad des Sonnengrußes steigern und hat so ein tägliches Training.
In der mittleren Phase einer Yoga-Sitzung werden insbesondere die physischen Fähigkeiten trainiert. Atemübungen können Schmerzen reduzieren, den Stoffwechsel stimulieren und das Nervensystem kräftigen. Eine Yoga-Einheit endet mit Entspannungs- und Versenkungsübungen (Stufen fünf bis acht).
Gesundheit und Widerstandskraft können durch dieses Programm gesteigert werden. Üben Sie morgens oder abends 15 bis 20 Minuten - je nachdem wie sich das Training in Ihren Tagesablauf integrieren lässt.
Yoga gibt es in den verschiedensten Ausprägungen: Im Gegensatz zum klassischen Yoga, bei dem ein Verharren in den Haltungen vorgesehen ist, werden zum Beispiel beim Power-Yoga und Ashtanga-Yoga die Bewegungen in schneller Abfolge ausgeführt.
Das Training wird in Gruppen oder Einzelsitzungen praktiziert. Yoga-Kurse werden von Volkshochschulen, privaten Schulen, Yoga-Zentren, verschiedenen Sportvereinen und Krankenkassen angeboten.
Autor: Sabine Fischer, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 23. Juni 2009
Anwendung
Yoga: Anwendung
Yoga kann unter folgenden Gesichtspunkten angewendet werden:
- als Lernmethode, durch die das Leben mit den übergeordneten Prinzipien in Übereinstimmung gebracht wird (spirituelles Ziel)
- als körperliche Betätigung, bei der die physische Beweglichkeit, Koordination und Entspannung gefördert wird (Prävention)
- als Behandlung bestimmter Symptome oder Krankheiten als ergänzende Maßnahmen, sowie als alleiniges Behandlungsverfahren bei Stress, Unruhezuständen und Schlafstörungen (medizinisch-therapeutisches Ziel)
Wird Yoga mit einer medizinisch definierten Zielsetzung angewendet, ist das Zusammenstellen von Übungsprogrammen nur mit Ärzten und Heilpraktikern erlaubt. Dabei ist eine begleitende Kontrolle der Behandlung ratsam. Grundsätzlich wird empfohlen, sich vor bestimmten Yoga-Übungen, wie extremen Körperhaltungen und Verlangsamung der Atmung, ärztlich untersuchen zu lassen.
Autor: Sabine Fischer, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 23. Juni 2009
Risiken
Yoga: Risiken
Achten Sie darauf, dass Yoga-Übungen in speziellen gesundheitlichen Situationen nicht zu empfehlen sind. Sie sollten nicht üben:
- wenn Sie unter Zeitdruck stehen
- wenn Sie eine Erkältung oder Grippe haben. Vor allem nach der Einnahme von Antibiotika sollten Sie lange genug bis zum Wieder-Beginn des Trainings warten.
- wenn Sie unter akuten Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Hexenschuss) leiden - hier ist wirklich Ruhe angesagt. Liegen die Beschwerden schon länger zurück, sollten die Übungen dennoch mit dem Yoga-Lehrer abgesprochen werden.
- wenn Sie unter einer psychischen Störung (Psychose, Depression) leiden. In diesen Fällen sollten Sie Yoga nur unter fachärztlicher Anwendung praktizieren, da sich die Beschwerden sonst verschlimmern könnten.
- wenn Sie zu Kreislauf- oder Blutdruckschwankungen neigen. Hier sind vor allem Yoga-Übungen nicht geeignet, bei denen der Kopf tiefer liegt als der Körper. Möchte man mit Yoga den Blutdruck senken, ist dies nach ärztlicher Absprache möglich und gegebenenfalls mit einer Anpassung der Medikamentendosis verbunden. Sollten Sie schon einmal einen Herzinfarkt oder Schlaganfall gehabt haben, ist es wichtig, Yoga nur unter ärztlicher Aufsicht zu betreiben.
Frauen müssen während ihrer Monatsblutung ausprobieren, ob sie das Üben vertragen - dies kann inividuell unterschiedlich sein. In der Schwangerschaft können viele Frauen problemlos üben - so lange, bis der Bauch im Weg ist. Das Übungsprogramm, insbesondere die Atemübungen, können auch mit der Hebamme abgesprochen werden.
Weitere Informationen
Autor: Sabine Fischer, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Überarbeitet: 23. Juni 2009, Viola Booth
Quellen: Pschyrembel: Naturheilkunde und alternative Heilverfahren. De Gruyter, Berlin 2006
Stiftung Warentest (Hrsg.): Die Andere Medizin. Berlin 2005
Trökes, A.: Das große Yogabuch. Gräfe und Unzer, München 2000
